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Datenanalyse

Bevor ein Modell entsteht, muss klar sein, welche Daten im Haus liegen und was sie taugen.

Die Frage an die eigenen Daten ist meist schnell formuliert: Welche Kunden springen ab, wo bleibt Marge liegen? Ob der vorhandene Datenbestand diese Frage überhaupt beantworten kann, ist die schwierigere Frage. Die Datenanalyse klärt sie, bevor Geld in ein Modell fließt.

Was eine Datenanalyse klärt

Eine Datenanalyse nimmt den Datenbestand auf, nicht die Abläufe. Wer wissen will, welcher Arbeitsschritt im Haus mehr Zeit kostet, als er einbringt, findet das in der Prozessanalyse. Hier geht es um die Ebene darunter: welche Daten in diesen Abläufen anfallen, wo sie liegen, in welchem Zustand sie sind und welche Frage sie tragen.

Das Ergebnis ist unspektakulär und wird trotzdem gebraucht. Es besteht aus einer Liste der Quellen, einer Qualitätsaussage je Quelle und einer Reihenfolge, in der die Lücken geschlossen werden. Vier Schritte führen dorthin.

Datencheck

Wo liegen die Daten, woher kommen sie, wie viele getrennte Systeme führen dieselbe Information? Am Ende steht eine Liste der Quellen mit je einer verantwortlichen Person. Neben ERP und CRM stehen darauf meistens auch Dateiablagen, Postfächer und über Jahre gewachsene Tabellen.

Datenanalyse

Wie strukturiert ist der Bestand, wie hoch ist die Qualität, was passiert mit mehrfach vorhandenen Datensätzen? Geprüft wird gegen die Frage, die beantwortet werden soll, und nicht gegen ein allgemeines Qualitätsideal. Für eine Abwanderungsprognose ist ein lückenhaftes Lieferantenfeld belanglos, ein fehlendes Auftragsdatum dagegen ein Ausschlussgrund.

Datenverwertung

Wo finden die Daten heute Verwendung, und wo liegen sie ungenutzt? Ein Bericht, den seit zwei Jahren niemand öffnet, ist ein Hinweis darauf, dass die Kennzahl darin die falsche war. Diese Frage kostet wenig Zeit und erspart es regelmäßig, eine Auswertung neu zu bauen, die es längst gibt.

Datenstrategie

Wie soll der Bestand künftig aussehen? Speicherung vereinheitlichen, einzelne Silos in ein Data-Warehouse zusammenführen, fehlende Daten überhaupt erst erheben. Nach dem letzten Punkt fragt in unseren Projekten selten jemand von sich aus: Manche Frage lässt sich erst beantworten, wenn ab heute ein Feld mitgeschrieben wird, das bisher niemand erfasst hat.

Ein Szenario: drei Systeme, drei Nummern für denselben Kunden

Ein Fertigungsbetrieb mit rund 120 Mitarbeitern will wissen, welche Kunden im nächsten Quartal abspringen. Die Daten dafür sind da: die Auftragshistorie im ERP, die Reklamationen in einem Ticketsystem, das Zahlungsverhalten in der Buchhaltung. Drei Systeme, drei Kundennummernkreise, kein gemeinsamer Schlüssel.

Die Prognose ist in diesem Szenario die leichtere Hälfte der Arbeit. Die schwierigere ist die Frage, welche Zeile aus dem Ticketsystem zu welcher Zeile im ERP gehört. Solange das offen ist, lässt sich die Ausgangsfrage nicht einmal falsch beantworten, weil es keinen Datensatz gibt, über den sich rechnen ließe. Deshalb steht die Datenanalyse vor dem Modell und nicht daneben.

Die Zuordnung geht dabei auf zwei Arten schief. Der harmlosere Fall ist die Dublette: Derselbe Kunde steht dreimal im Bestand, einmal je Schreibweise. Auswertungen zählen ihn dreifach, und es fällt niemandem auf, weil die Summe plausibel aussieht. Der teurere Fall ist die Gegenrichtung. Zwei verschiedene Kunden verschmelzen zu einem, weil Name und Ort zufällig zusammenpassen. Dieser Fehler zeigt sich erst, wenn die Auswertung längst im Umlauf ist, und er lässt sich nachträglich nur mühsam wieder auseinandernehmen.

Als Rechenbeispiel innerhalb desselben Szenarios: Bei rund 40.000 Kundendatensätzen aus drei Systemen ist das Zusammenführen Wochenarbeit und keine Tagesarbeit. Wer diesen Aufwand im Projektplan weglässt, spart ihn nicht ein. Er verschiebt ihn nur in die Phase, in der das Modell schon gebaut wird.

Derselbe Ausgangsbefund, dieses Mal mit Namen

Das Szenario oben ist konstruiert. Der Befund dahinter ist es nicht. Bei der Pomberger Goisern GmbH recherchierten die Vertriebsteams Kontaktdaten von Hand, „und die Datensätze blieben trotzdem inkonsistent und oft unvollständig“. Was daraus entstand, war kein Datenanalyse-Projekt, sondern eines mit KI-Agenten zur Datenanreicherung. Der Ausgangszustand ist trotzdem genau der, den eine Datenanalyse aufnimmt: ein Bestand, an dem viele Hände arbeiten und für den niemand eine Regel festgelegt hat. Der Verlauf steht in der Erfolgsgeschichte zu diesem Projekt.

Was nach der Datenanalyse kommt

Die Datenanalyse endet mit einem beurteilten Datenbestand, nicht mit einer Vorhersage. Was daraus an Prognose und Klassifikation möglich wird, steht auf unserer Seite zu KI auf Tabellendaten: Absatzmengen vorhersagen, kündigungsgefährdete Kunden erkennen, Wartungszeitpunkte schätzen, Auffälligkeiten in Buchungen finden. Dort beginnt die Modellarbeit, die hier vorbereitet wird.

Liegt die tragende Information gar nicht in Tabellen, führen die Wege woanders hin: zur Bildanalyse, wenn die Aussage in Aufnahmen steckt, oder zur Textanalyse, wenn sie in Freitext steht. Die technische Einbindung in Ihre bestehenden Systeme ist in jedem dieser Fälle Thema des AI Engineerings.

Womit wir anfangen

Der erste Termin braucht keine aufbereiteten Daten. Er braucht die Frage, die Sie beantwortet haben wollen, und jemanden, der weiß, welche Systeme im Haus laufen. Aus beidem entsteht die Liste der Quellen für den Datencheck. Welche Exporte dafür nötig sind, benennen wir danach, und zwar je System einzeln.

Förderung verfügbar, Antragsfrist läuft

DIGITAL.PLUS 26: Bis zu € 7.000 Zuschuss für dieses Projekt

KMU mit Standort in Oberösterreich können dieses Projekt im Rahmen von DIGITAL.PLUS 26 mit einem Zuschuss von bis zu 35 % der Projektkosten (max. € 7.000) fördern lassen, sofern sie aktives Mitglied der WKO Oberösterreich sind. Projektstart ab sofort möglich, Antragstellung bis 2. November 2026.

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Häufige Fragen zur Datenanalyse

Was unterscheidet die Datenanalyse von der Prozessanalyse?

Die Prozessanalyse sieht sich die Abläufe an: wer macht was, in welcher Reihenfolge, mit welchem Aufwand. Die Datenanalyse sieht sich die Ebene darunter an: welche Daten dabei anfallen, wo sie landen und in welchem Zustand sie dort ankommen. Viele Projekte brauchen beides, aber in dieser Reihenfolge: Erst wenn klar ist, welche Entscheidung besser werden soll, lohnt die Prüfung, ob die Daten sie tragen.

Wir haben kein Data-Warehouse. Können wir trotzdem anfangen?

Ja. Ein Data-Warehouse ist ein mögliches Ergebnis der Datenstrategie, keine Voraussetzung für den Datencheck. Für die ersten Schritte genügen Exporte aus den bestehenden Systemen. Ob sich der Aufbau einer gemeinsamen Datenhaltung rechnet, entscheidet sich an der Zahl der Fragen, die Sie regelmäßig an dieselben Daten stellen wollen.

Ein großer Teil unserer Daten liegt in Excel. Ist das ein Ausschlussgrund?

Nein. Tabellen sind ein völlig brauchbarer Ausgangspunkt, und in vielen mittelständischen Betrieben stecken dort die am längsten gepflegten Daten überhaupt. Zwei Dinge sind dabei zu prüfen: ob mehrere Fassungen derselben Datei im Umlauf sind und ob in einer Spalte Werte und Kommentare gemischt stehen. Beides ist reparierbar, kostet aber Zeit, die in den Projektplan gehört.

Wer muss bei uns mitarbeiten, und wie viel Zeit kostet das?

Gebraucht werden zwei Rollen: jemand aus dem Fachbereich, der die Frage stellt und die Werte im System deuten kann, und jemand aus der IT oder vom betreuenden Systemhaus, der die Exporte erzeugt. Der Aufwand liegt im Datencheck bei wenigen Stunden je Quelle. Der größere Block entsteht erst dort, wo Bestände zusammengeführt und bereinigt werden.

Was bekommen wir am Ende in die Hand?

Eine Übersicht der Datenquellen mit einer Qualitätsaussage je Quelle, eine Einschätzung, welche der gewünschten Auswertungen der Bestand heute trägt, und eine Reihenfolge für die Lücken, die zuerst zu schließen sind. Wenn die Antwort lautet, dass die Datengrundlage für die gewünschte Vorhersage nicht reicht, sagen wir das. Auch das ist ein Ergebnis, und es ist billiger als ein Modell, das auf zweifelhaften Daten rechnet.

Ist eine Datenanalyse förderbar?

Für KMU mit Standort in Oberösterreich mit aktiver Mitgliedschaft bei der WKO Oberösterreich sind Digitalisierungs- und KI-Projekte über DIGITAL.PLUS 26 mit bis zu 35 % der Projektkosten (max. € 7.000) förderfähig. Antragsfrist ist der 2. November 2026.

Sie vermuten, dass Ihre Daten mehr hergeben, als Sie heute auswerten?

Nennen Sie uns die Frage, die Sie beantwortet haben wollen. Wir sagen Ihnen, welche Systeme dafür in den Datencheck gehören und was danach realistisch möglich ist.

Oder schreiben Sie uns direkt: [email protected]  |  +43 660 31 96 763

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